Was ist eine digitale Personalakte?

Die digitale Personalakte ersetzt die papierbasierte Personalakte durch ein elektronisches System, in dem alle mitarbeiterbezogenen Dokumente und Daten zentral gespeichert und verwaltet werden. Dazu gehören Arbeitsverträge, Zeugnisse, Gehaltsabrechnungen, Krankmeldungen, Weiterbildungsnachweise und alle weiteren personalrelevanten Dokumente.

Der Nutzen ist erheblich: Dokumente sind sofort auffindbar, Berechtigungen können granular gesteuert werden, Revisionssicherheit ist gewährleistet, und HR-Mitarbeitende sparen täglich Zeit durch den Wegfall von Ablage, Suche und physischem Transport von Akten.

Rechtliche Anforderungen

Bevor Sie mit der Einführung beginnen, müssen Sie die rechtlichen Anforderungen klären. Die wichtigsten Punkte sind:

  • DSGVO-Konformität: Personaldaten sind besonders schützenswert. Das System muss Datenschutzprinzipien wie Datensparsamkeit, Zweckbindung und Löschfristen technisch unterstützen.
  • Aufbewahrungsfristen: Verschiedene Dokumente haben unterschiedliche gesetzliche Aufbewahrungsfristen (z.B. Lohnunterlagen 6 Jahre, Arbeitsverträge bis zu 30 Jahre nach Ausscheiden).
  • Betriebsrat: Die Einführung einer digitalen Personalakte ist mitbestimmungspflichtig. Schließen Sie frühzeitig eine Betriebsvereinbarung ab.
  • Revisionssicherheit: Dokumente müssen unveränderbar gespeichert werden. Änderungen müssen nachvollziehbar dokumentiert sein.

Systemauswahl

Für die digitale Personalakte gibt es verschiedene Optionen: eigenständige Dokumentenmanagementsysteme mit HR-Modul, integrierte Personalakte als Teil eines HRIS sowie spezialisierte Lösungen für die digitale Personalakte. Bei der Auswahl sind Benutzerfreundlichkeit, Revisionssicherheit, DSGVO-Konformität, Integrationsmöglichkeiten und Kosten die wichtigsten Kriterien.

Datenmigration und Einführung

Die Datenmigration ist oft der aufwändigste Teil des Projekts. Planen Sie ausreichend Zeit für die Digitalisierung bestehender Papierdokumente ein. Klären Sie vorab, welche historischen Dokumente digitalisiert werden müssen und welche nur für neue Mitarbeitende digital geführt werden.

Schulen Sie alle Beteiligten – HR-Mitarbeitende, Führungskräfte und ggf. Mitarbeitende mit Self-Service-Zugang – ausreichend. Begleiten Sie die Einführung mit Change-Management-Maßnahmen, um Akzeptanz zu schaffen.

Fazit

Die Einführung der digitalen Personalakte ist ein überschaubares Projekt mit klarem Nutzen. Mit der richtigen Vorbereitung, einem geeigneten System und ausreichend Zeit für Datenmigration und Schulung gelingt die Einführung auch ohne externe Unterstützung. Bei komplexeren Anforderungen oder größeren Datenmengen empfiehlt sich die Begleitung durch erfahrene Berater.

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